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SABINE BRÄCHTER

Messianismus – Grundstrukturen einer Geisteshaltung, exemplifiziert anhand des Marxismus und des polnischen Messianismus

Immer wieder im Verlauf der mehrtausendjährigen Menschheitsgeschichte haben Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen in ausweglos scheinenden Krisensituationen, angesichts großer historischer Katastrophen dem als unerträglich empfundenen realen Zustand ihres Lebensumfeldes die Vision einer idealen Welt entgegengestellt, deren Verwirklichung es unter Einsatz aller verfügbaren Kräfte anzustreben gilt. Derartige, auf eine heile Welt gerichtete Vorstellungen finden sich in verschiedenen Ausprägungen. Mal wird die Abwendung diesseitigen äußerlichen Übels und als Kehrseite davon die Zuwendung diesseitiger äußerlicher Vorteile erhofft, mal richtet sich der Blick der in Bedrängnis lebenden Menschen auf eine jenseitige Welt voller paradiesischer Zustände. Doch nicht nur hinsichtlich des Sehnsuchtsraumes, der als dem tagtäglich erlebten Unbill diametral entgegengesetzt imaginiert wird, variieren die Heilserwartungen, es zeigen sich auch Unterschiede in bezug auf den zu seiner Erreichung zu beschreitenden Weg und die Akteure. Mal ist es der religiöse Glaube an eine individuelle Erlösergestalt, mal ist es die eher politisch geprägte Hoffnung auf einen gemeinschaftlichen Erlöser, eine Gruppe von Menschen, von der sich die Menschen Rettung versprechen.

Die vorliegende Arbeit möchte versuchen, sich dem skizzierten Phänomen messianischer Heilserwartungen aus philosophischer Sicht zu nähern. In einem ersten Schritt sollen die Grundstrukturen messianischen Denkens ganz allgemein untersucht, mögliche Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Ausprägungen der in Rede stehenden Geisteshaltung aufgespürt werden.

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Infos zum Beitrag:

  • Publikationsdatum:
    10/2005
  • Sektion:
    Ideologieforschung
  • Textart:
    Hausarbeit Haupt-/Masterseminar

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