Kopfbereich
Navigation
Inhalte

Seminarübersicht

Peter Tepe und Annette Greif: Totalitarismuskritik in der Anti-Utopie (WS 2007/08)

Im Wintersemester 2007/08 fand unter der Leitung von Peter Tepe und Annette Greif das Hauptseminar Totalitarismuskritik in der Anti-Utopie statt, das im Rahmen des Forschungsschwerpunkts der Ideologieforschung zuzuordnen ist.

Das Seminar gliederte sich in drei Teile: In Teil I erfolgte eine Einführung in das methodologische Konzept der kognitiven Hermeneutik sowie in thematische, gattungstheoretische und politische Aspekte der Anti-Utopie. In Teil II wurden von den Seminarteilnehmern kognitiv-hermeneutische Basis-Interpretationen anti-utopischer Romane erarbeitet. Teil III schließlich befasste sich mit den filmischen Adaptionen der zuvor behandelten literarischen Texte.

Die aus diesem Seminar hervorgegangenen Arbeiten untersuchen, meist auf Grundlage der kognitiven Hermeneutik, literarische und filmische Werke der Gattung Anti-Utopie unter politischen, motivgeschichtlichen oder komparatistischen Fragestellungen:

 

Peter Tepe und Tanja Semlow: Feindbilder (WS 2006/07)

Im Wintersemester 2006/07 fand unter der Leitung von Peter Tepe und Tanja Semlow das Hauptseminar Feindbilder statt, das im Rahmen des Schwerpunkts der Ideologieforschung zuzuordnen ist; in demselben Semester wurde aufgrund dieses Zusammenhangs deshalb auch eine Einführung in die Ideologieforschung als Vorlesung angeboten.

In den Seminarsitzungen wurden – nach einem Brainstorming zum Ausdruck "Feindbilder" – zunächst die theoretischen Ansätze von Weller und Tepe behandelt; dann kamen mehrere historische Beispiele für Feindbildkomplexe zur Sprache (der Antichrist, der Jude als Gottesmörder und als Wucherer, die Hexen, die Europäer als Feindbild im Kolonialismus); in der letzten Runde ging es um weitere theoretische Ansätze und Anwendungsfelder (zum Begriff des Vorurteils, Feindbilder im Sozialismus, Feindbild Amerika, Feindbild Islam).

Aus diesem fächerübergreifend angelegten Seminar sind überdurchschnittlich viele sehr gute Arbeiten hervorgegangen, die sich einzelnen Aspekten des komplexen Gesamtthemas zugewandt haben; wir haben sie alle der Unterrubrik Feindbildtheorie zugeordnet. Das breite Spektrum wird durch die Titel der aufgeführten Beiträge angezeigt:

Peter Tepe hat ein zweistufiges Analysemodell für den Umgang mit literarischen Texten und anderen Phänomenen entwickelt, die "feindbildhaltig" sind. Demnach sind im ersten Schritt, wie bei allen anderen Texten, die Prinzipien der kognitiven Hermeneutik anzuwenden: Auf die deskriptiv-feststellende Textarbeit folgt die Ermittlung der textprägenden Autorinstanzen nach der Methode der Basis-Interpretation. Dabei geht es z.B. darum, ein bestimmtes Überzeugungssystem aus dem rechtsradikalen Spektrum so genau wie möglich zu rekonstruieren. Im zweiten Schritt ist dann das feindbildtheoretische Konzept anzuwenden. Das betrifft vor allem zwei Punkte:

  • Gibt es für das fragliche Überzeugungssystem einen grundsätzlichen Gegner? Diese Gegnerschaft hinsichtlich der Werte, Ziele usw. ist möglichst genau zu bestimmen.
  • Erfährt der grundsätzliche Gegner oder Feind eine negative Überhöhung, wird er "verteufelt"? Die Mechanismen dieser Überhöhung und die dabei konstatierbaren kognitiven Defizite sind so genau wie möglich zu erfassen.

 

Peter Tepe, Barbara Correa Larnaudie und Tanja Semlow: Mythische Elemente in der Kinder- und Jugendliteratur (WS 2005/06)

Im Wintersemester 2005/06 fand unter der Leitung von Peter Tepe, Barbara Correa Larnaudie und Tanja Semlow das Hauptseminar Mythische Elemente in der Kinder- und Jugendliteratur statt, das im Rahmen des Schwerpunkts der Mythosforschung zuzuordnen ist.

Zunächst führte Peter Tepe durch einen Vortrag in die kognitive Interpretation mythoshaltiger Literatur ein. Der von Tanja Semlow konzipierte erste Teil befasste sich mit dem Teufelspakt in der Kinder- und Jugendliteratur. Behandelt wurden Texte von B. Kindermann, W. Hauff, J. Krüss, O. Preußler, C. Fisher, D. Clou und M. Sedgwick. Im von Barbara Correa Larnaudie gestalteten zweiten Teil ging es dann um den magischen Helfer in der Kinder- und Jugendliteratur – anhand von C. Dickens, E. Nesbit, A. Lindgren, M. Druon, M. Ende, P. Travers und H. Lofting.

Aus diesem fächerübergreifend angelegten Seminar sind – zum Teil mit zeitlicher Verzögerung – überdurchschnittlich viele sehr gute Arbeiten hervorgegangen, die sich in der Hauptsache genauer mit einzelnen Texten beschäftigt haben. Sie verwenden häufig die Methodologie der kognitiven Hermeneutik. Das breite Spektrum wird durch die folgenden Titel angezeigt:

Peter Tepes Buch Kognitive Hermeneutik [mehr] enthält zwei Textteile, die direkt mit diesem Seminar in Verbindung stehen:

  • Auf S. 55 der Abschnitt Beispielhafte Leitfragen für die Basis-Analyse. Hier sind die Leitfragen für die deskriptive Textarbeit abgedruckt, die Barbara Correa Larnaudie und Tanja Semlow für die von ihnen konzipierten Seminarteile entwickelt haben.
  • In ERGÄNZUNG 90 Anwendung des Verkleidungsprinzips auf nichtrealistische Kinder- und Jugendliteratur (auf der CD) finden sich Interpretationsskizzen von Peter Tepe zu einigen der im Seminar behandelten Texte, die speziell das Verkleidungsprinzip nutzbar machen. Außerdem ist dort der detaillierte Seminarplan wiedergegeben.

Darüber hinaus erschien im November 2008 die Buchveröffentlichung der Dissertation von Barbara Correa Larnaudie Der Helfer in der nicht-realistischen Kinder- und Jugendliteratur vom 19. Jahrhundert bis heute. Eine Anwendung der kognitiven Hermeneutik. Die Untersuchung gibt neben der typologischen Zuordnung der einzelnen, äußerst vielschichtigen Helfervarianten einen Einblick in die Funktions- und Wirkungserforschung des Motivs Helfer. Die zwanzig detaillierten Einzelinterpretationen von auch im Seminar präsentierten Primärtexten bieten einen anschaulichen Beitrag zur Anwendung der kognitiv-hermeneutischen Interpretationsmethode auf das kinder- und jugendliterarische Genre [mehr].

 

Peter Tepe: Mythos in der Werbung (WS 2004/05)

Im Wintersemester 2005/06 fand unter der Leitung von Peter Tepe das Hauptseminar Mythos in der Werbung statt, das im Rahmen des Schwerpunkts der Mythosforschung zuzuordnen ist.

Teil I brachte eine allgemeine Einführung in die Werbungsforschung, die sich insbesondere mit in kognitiver Hinsicht ergiebigen Ansätzen befasste; behandelt wurden Texte von R. Huth/D. Pflaum, B. Sowinski, M. Pickert, J.P. Jones, G. Haedrich, E. Heller, M. Buss. Hinzu kam ein Vortrag aus der Werbepraxis von W. Kessler. In Teil II ging es dann um die kognitive Hermeneutik und ihre Anwendung auf Werbung – anhand eines Vortrags von P. Tepe und Texten von B. Sowinski und M. Pickert. Teil III schließlich war dem Spezialfall der mythoshaltigen Werbung gewidmet: Nach einem einführenden Vortrag von P. Tepe wurden am Beispiel konkreter Werbekampagnen der Paradiesmythos, der Göttermythos und der transmittierte Mythos untersucht.

Aus diesem fächerübergreifend angelegten Seminar sind – zum Teil mit zeitlicher Verzögerung – überdurchschnittlich viele sehr gute Arbeiten hervorgegangen, die sich in der Hauptsache mit einzelnen Werbeanzeigen und -filmen beschäftigt haben. Sie verwenden in vielen Fällen die Methodologie der kognitiven Hermeneutik. Das breite Spektrum wird durch die folgenden Titel angezeigt:

 

Modelle der Textarbeit: Interpretationskonflikte am Beispiel von E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann (SS 2009)

Das von Peter Tepe angebotene Bachelorseminar Interpretationskonflikte am Beispiel von E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann im Sommersemester 2009 war das erste Seminar dieses Typs, das nach der Veröffentlichung des gleichnamigen Buches [mehr] stattfand. Die Studierenden hatten sowohl für die ausführlicheren Hausarbeiten als auch für die Essays die Aufgabe, einen im Buch bzw. auf der ihm beigefügten CD nicht bereits kommentierten Sekundärtext zum Sandmann auszuwählen und nach dem im Seminar vermittelten kritischen Analyseverfahren zu untersuchen.

Die besten Sekundärtextanalysen werden hier publiziert; bei den Hausarbeiten entfällt dabei der Theorieteil. An diesen Arbeiten können sich die Teilnehmer der später stattfindenden Seminare dieses Typs orientieren. Zugleich stellen sie Ansätze zur Fortschreibung des Buches dar, da zumindest in den Grundzügen deutlich wird, wie die behandelten Sandmann-Interpretationen aus der Sicht der kognitiven Hermeneutik einzuschätzen sind.

In Vorbereitung:

  • Christin Bettin
    Praktische Anwendung der Analysemethode der kognitiven Hermeneutik auf Heinz Brüggemann: "Das eingeschlossene Frauenbild oder die Automate im Fenster – Figurationen des Wahrnehmungsbegehrens. E.T.A. Hoffmann Der Sandmann"
  • Matthias Kemmerling
    Kritische Analyse des Aufsatzes "Künstlerische Antizipation und empathisches Schreiben: Hoffmanns Der Sandmann aus selbstpsychologischer Sicht" von Gabriele Dillmann aus Sicht der kognitiven Hermeneutik
  • Anja Meerschiff
    Kritische Analyse des Sekundärtextes "Das Unheimliche an der Realität und die Realität des Unheimlichen" von Georg Christoph Tholen
  • Dennis Roger
    Sekundärtextanalyse von Gisela Köhlers Text über E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann aus "Narzißmus, übersinnliche Phänomene und Kindheitstrauma im Werk E.T.A. Hoffmanns"
  • Ana Schepkowski
    Wilhelm Seidels Sandmann-Interpretation in "Olympia. Über die Magie der Herzlosigkeit." Eine Analyse
  • Timo Thelen
    Kritik aus Sicht der kognitiven Hermeneutik zu der Sandmann-Interpretation "Das Sandmann-Syndrom" von Claudia Lieb

 

Methoden der Literaturwissenschaft: Praktische Methodenanwendung am Beispiel von ...

Die von Peter Tepe regelmäßig angebotene Version des Seminartyps Methoden der Literaturwissenschaft: Praktische Methodenanwendung am Beispiel von ... unterscheidet sich von anderen dadurch, dass strikt nach den literaturtheoretischen Prinzipien der kognitiven Hermeneutik verfahren und dass vor allem die Anwendung der zugehörigen Methode der elementaren Textarbeit, der Methode der Basis-Interpretation, eingeübt wird. Die für die konkrete Seminararbeit relevanten theoretischen Grundlagen werden in Teil I in Dozentenvorträgen vermittelt, in Teil II wird die Methode dann auf ausgewählte literarische Texte angewandt.

Hauptziel: Die Veranstaltung ist in Teil II als kontinuierliche Interpretationsübung angelegt und darauf ausgerichtet, die Fähigkeit zur systematischen Textanalyse und -interpretation nach den Prinzipien der kognitiven Hermeneutik zu vermitteln und dann Schritt für Schritt zu verbessern.

Nebenziel: Die Studierenden sollen sich intensiv mit den ausgewählten Primärtexten beschäftigen und dadurch auch einen Überblick über die jeweilige Thematik erlangen. Das Seminar stellt so gleichzeitig eine Einführung in das Erzählwerk Gottfried Kellers, Thomas Manns usw. dar.

Die im Seminar vermittelte Methode soll sowohl in der Modulabschlussprüfung als auch im Essay für den Beteiligungsnachweis eigenständig auf eine im Seminar nicht behandelte Erzählung des Bezugsautors angewandt werden. Dadurch wird erkennbar, ob die (exemplarische) Methodenanwendungskompetenz erlangt worden ist. In der Sektion Methodenforschung werden gelungene Hausarbeiten und Essays publiziert, die aus diesen Seminaren hervorgegangen sind. An ihnen können sich die Teilnehmer der später stattfindenden Seminare dieses Typs orientieren.

 

... Erzählungen Gottfried Kellers (WS 2007/08)

... Erzählungen Thomas Manns (WS 2008/09)

... Erzählungen Franz Kafkas (WS 2009/10)

In Vorbereitung:

  • Sarah Arndt
    Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse
  • Sabrina Fritsche
    Der Heizer
  • Denise Lamla
    Der Nachbar
  • Anastasia Neumann
    Forschungen eines Hundes
  • Gerrit Schneider
    Ein Landarzt
  • Michal Scholtysik
    Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse
  • Natalie Urbig
    Der Riesenmaulwurf
  • Elena Zay
    Blumfeld, ein älterer Junggeselle

Rechte Spalte
Fusszeile