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MARCEL HEUWINKEL

Die Erweckung der Möglichkeiten. Die Utopie als reale Möglichkeit bei Francis Bacon. Eine Analyse der Konzeption und Inhalte von Neu-Atlantis

Wird die Möglichkeit tatsächlich durch die Wirklichkeit erweckt? Oder ist es vielmehr so, daß es nur aufgrund von Möglichkeit Wirklichkeit gibt? Gibt es, was eigentlich als beruhigend erscheinen sollte, tatsächlich eine Wiederholung gleichbleibender Möglichkeiten? Eine Wiederholung, die sich bis zu dem Punkt vollzieht, an dem ein Mensch diese oder eine dieser Möglichkeiten erweckt und ihr Sinn und Bestimmung gibt? Musil geht in diesem kurzen, aber sehr komplexen und interessanten Kapitel von der Ebene der Wirklichkeit aus: "Wenn es aber Wirklichkeitssinn gibt, [...] dann muß es auch etwas geben, das man Möglichkeitssinn nennen kann". Dieser Wirklichkeitssinn ist ein "Sinn für die mögliche Wirklichkeit". Die Ideen, die diesem Wirklichkeitssinn entspringen, sind nicht "müßige Hirngespinste", sondern "noch nicht geborene Wirklichkeiten". Francis Bacon hatte diesen Wirklichkeitssinn. Sein Interesse an realistischer Fiktion, oder besser ausgedrückt, sein Interesse an möglicher Wirklichkeit, zeigt sich in seinem posthum veröffentlichten Werk Neu-Atlantis. Es ist keine mühsame Darstellung oder Untersuchung wirklicher Möglichkeiten, sondern das Vertrauen in mögliche Wirklichkeiten. Dieses Vertrauen resultiert aus Wissen. Und dieses Wissen folgt einem modernen und praxisbezogenen Wissenschaftsbegriff: Wissenschaft zum Wohle und Vorteil der Menschheit und Erforschung der Bestandteile und Zusammenhänge der Welt.

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Infos zum Beitrag:

  • Publikationsdatum:
    10/2005
  • Sektion:
    Mythosforschung
  • Textart:
    Seminararbeit

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