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PATRICK KÖRNER

Die Ideologieanfälligkeit von Weltbildkonstruktionen

Die Arbeit verfolgt den Ansatz, eine Ideologietheorie auf der Basis des radikalen Konstruktivismus und zentralen Thesen der philosophischen Programme Schopenhauers und Nietzsches zu formulieren. Ein solches Vorhaben scheint bisher noch nicht durchgeführt zu sein, obwohl entsprechende Lehrsätze der drei genannten Quellen eine solche theoretische Synthese nahe legen.

Dabei sieht sich die Arbeit mit der Aufgabe konfrontiert, elementare Begriffe aus der Ideologieforschung zu reflektieren und in einen eigenständigen Erklärungsansatz zu integrieren. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, plausible Erklärungen dafür anzugeben, wie und warum menschliche Weltbilder entstehen, was sie auszeichnet und was die Gründe dafür sind, dass sie generell der allzumenschlichen Gefährdung ausgesetzt sind, in ideologische Dogmen umzukippen. Zu diesem Zweck werden sowohl die zentralen Argumente des radikalen Konstruktivismus, als auch die relevanten Positionen Schopenhauers und Nietzsches erklärend angefügt und schließlich bewusst aneignend für die Stützung des Theoriemodells verwendet.

Es wird herausgestellt, dass Weltbildkonstruktionen lebensdienlich-kompensatorisch notwendige Projektionen darstellen, selbsttäuschende Fiktionen unter dem Primat existenzieller Leidfreiheit und Handlungsorientierung. Unser Interesse ist demnach nicht auf Wahrheit ausgerichtet, sondern an unserem bedürftigen "in-der-Welt-sein". Diese Art von Vorstellungen scheint aus der gewählten Perspektive heraus prinzipiell nicht hintergehbar. Problematisch wird es dann, wenn das Weltbild mit einem höheren Anspruch versehen auf die Stufe des Dogmas objektiver Faktizität gehoben, d.h. hier: ideologisiert, wird. Einer Kritik dieses ideologischen Denkens ist die vorliegende Arbeit in letzter Konsequenz gewidmet.

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Infos zum Beitrag:

  • Publikationsdatum:
    04/2011
  • Sektion:
    Ideologieforschung
    Kognitive Hermeneutik
  • Textart:
    Hausarbeit Haupt-/Masterseminar
  • Seminarkontext:
    Ideologieforschung zwischen Philosophie und Literaturwissenschaft

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