Erklärende Hermeneutik /
Explanatory Hermeneutics
Beiträge 07/2011
- Axel Bühler
Interpretation und Bedeutung - Axel Bühler und Peter Tepe
Zu Jost Schneiders Kritik am Manifest der Gruppe Erklärende Hermeneutik - Wolfgang Detel
Ein Blick auf die Hermeneutik des Johannes Clauberg - Michael N. Forster
Gadamer's Hermeneutics: A Critical Appraisal - Christian Gruber
Die Zwiebelhaut der Bedeutung. Eine Theorie der Subjektivität - Ralph Müller
Literatur der Leser und Literatur der Interpreten. Zur Arbeitsteilung von Kognitiver Poetik und Erklärender Hermeneutik - Jost Schneider
Erfahrungswissenschaftliche Literaturwissenschaft ohne Rezeptionsperspektive? Eine Kritik an vier Thesen des Manifestes der Gruppe Erklärende Hermeneutik aus dem Blickwinkel der funktionsanalytischen Literaturwissenschaft - Peter Tepe
Kooperation und Arbeitsteilung mit Ralph Müller - Peter Tepe
Zu Christian Grubers Literaturtheorie und seiner Kritik an der kognitiven Hermeneutik - Peter Tepe
Zur Diskussion um die kognitive Hermeneutik (2) - Peter Tepe und Tanja Semlow
Interpretationskonflikte am Beispiel von Adelbert von Chamissos Peter Schlemihls wundersame Geschichte 1. Interpretationen des 19. Jahrhunderts
Beiträge 06/2010
- Axel Bühler
Zweifel am Erklärungspotential von Absichten - Axel Bühler, Peter Tepe, Willie van Peer und Tanja Semlow
Zu Köppes Kritik am Manifest - Wolfgang Detel
Hermeneutik und Erklärung - Harald Fricke und Ralph Müller
Cognitive Poetics Meets Hermeneutics. Some considerations about the German reception of Cognitive poetics - Tilmann Köppe
Drei Thesen zum Manifest der Gruppe Erklärende Hermeneutik/Explanatory Hermeneutics - Marco Lagger
Operiert die Hermeneutik des 19. Jahrhunderts tatsächlich hypothetisch-deduktiv? Eine kritische Auseinandersetzung mit den Thesen Dagfinn Føllesdals zur Hermeneutik - Peter Tepe
Zur Diskussion um die kognitive Hermeneutik - Peter Tepe und Tanja Semlow
Das Verhältnis der Textwissenschaft zur Empirie aus der Sicht der kognitiven Hermeneutik
Beiträge 12/2009
- Axel Bühler, Peter Tepe und Willie van Peer
Zum Konzept der Erklärenden Hermeneutik - Peter Tepe
Beispiel für eine erklärende Basis-Interpretation.
Zu Christa Wolfs Roman Medea. Stimmen - Peter Tepe, Jürgen Rauter und Tanja Semlow
Regeln und Empfehlungen für die kognitive Textarbeit
Hintergrund und Ziele
Die Gruppe Erklärende Hermeneutik/Explanatory Hermeneutics tritt dafür ein, die Interpretation literarischer Texte und letztlich die Interpretation generell nach erfahrungswissenschaftlichen Prinzipien zu organisieren. Die drei Initiatoren der Gruppe haben folgendermaßen zusammengefunden: Der Philosoph Axel Bühler sowie der Germanist und Philosoph Peter Tepe, die beide an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf arbeiten, haben nach mehreren gemeinsamen Lehrveranstaltungen zum Thema Hermeneutik zwischen Philosophie und Literaturwissenschaft und nach der Veröffentlichung von Tepes Buch Kognitive Hermeneutik 2008 die Arbeitsgruppe Düsseldorfer Hermeneutik gegründet. Beide vertreten nun zusammen die kognitive Hermeneutik als Forschungsprogramm der geisteswissenschaftlichen Textinterpretation, allerdings mit unterschiedlichen individuellen Akzentsetzungen. Bühlers spezielle Variante lässt sich durch das Stichwort hermeneutischer Intentionalismus kennzeichnen.
Nach Erscheinen des Buches Kognitive Hermeneutik lud der Literaturwissenschaftler und Rezeptionsforscher Willie van Peer, Professor für Interkulturelle Hermeneutik an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Tepe zu einem Vortrag nach München ein. Daraus resultierten intensive fachliche Kontakte, in denen sich ein hohes Maß an theoretischer Übereinstimmung zeigte. Im Wintersemester 2008/09 hielt van Peer einen Vortrag zum Thema Können Interpretationen falsch sein? in einem von Bühler und Tepe geleiteten Düsseldorfer Seminar. In diesem Kontext bildete sich dann diejenige Gruppe, für die man sich einige Zeit später – einem Vorschlag van Peers folgend – auf den Namen Erklärende Hermeneutik/Explanatory Hermeneutics einigte. Van Peers individuelle Akzentsetzung im Rahmen der gemeinsamen Grundüberzeugungen kann durch das Stichwort kritisch-rationale Hermeneutik gekennzeichnet werden.
Im Mai 2009 erschien dann das Buch Interpretationskonflikte am Beispiel von E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann; dadurch wurde das Vorhaben, ein Manifest der Gruppe zu veröffentlichen und eine internationale Gruppe zu bilden, noch einmal beschleunigt.
Die Gruppe Erklärende Hermeneutik/Explanatory Hermeneutics setzt sich aus Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen zusammen, deren gemeinsames Anliegen eine erfahrungswissenschaftliche Orientierung innerhalb der Hermeneutik ist. Die Literaturwissenschaft befindet sich in einer methodologischen Grundlagenkrise. Diese ist maßgeblich dadurch verursacht, dass nicht zwischen einem kognitiven und einem aneignenden Textzugang unterschieden wird. Die Gruppe schlägt vor, das Erklärungsproblem "Worauf ist die festgestellte Textbeschaffenheit zurückzuführen?" ins Zentrum der literaturwissenschaftlichen Arbeit zu stellen. Beim Rückgriff auf den Autor zu Erklärungszwecken wird dabei der traditionelle Autorintentionalismus durch eine Theorie der textprägenden Instanzen ersetzt. Die Krise der Literaturwissenschaft lässt sich durch den konsequenten Übergang zu einem erfahrungswissenschaftlichen Denkstil überwinden.
